1. Woraus der Preis entsteht
Ein Tagessatz muss vier Dinge tragen: die Abschreibung des Fahrzeugs, die laufenden Kosten, den Anteil an Ihrer Betriebsstruktur und den Gewinn.
Die schnelle Kontrollrechnung: Addieren Sie die Jahreskosten eines Fahrzeugs und teilen Sie sie durch die Tage, an denen es tatsächlich vermietet ist. Das Ergebnis ist Ihre Nulllinie.
| Kostenblock | Beispielhafte Größenordnung pro Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Abschreibung | Anschaffung geteilt durch Nutzungsjahre | konservativ rechnen |
| Versicherung | 60–400 € | abhängig von Nutzungsart und Fahrzeug |
| Hauptuntersuchung und Wartung | 80–400 € | bei Motorfahrzeugen deutlich höher |
| Reifen und Verschleiß | 50–500 € | Anhänger altern auch im Stand |
| Reparaturen und Kleinschäden | Erfahrungswert je Fahrzeug | nicht auf null setzen |
| Anteil Betriebskosten | Fläche, Telefon, Software, Arbeitszeit | ehrlich umlegen |
Der entscheidende Wert ist die Auslastung. Ein durchschnittlicher Anhänger ist nicht 300 Tage im Jahr vermietet, sondern eher 80 bis 140. Wer mit 250 Tagen kalkuliert, produziert eine Preisliste, die auf dem Papier funktioniert und im Konto nicht.
Genau darum lohnt sich der Preiskampf selten: Zwanzig Prozent Rabatt kosten die Marge sofort, eine zusätzliche Vermietung pro Woche schafft sie.
2. Stunde, halber Tag, Tag
Der Tagessatz ist der Standard. Ergänzend sinnvoll:
- Stundensatz — nur, wenn Sie kurze Transporte tatsächlich bedienen und jemand vor Ort ist. Ein Stundensatz ohne Personal bedeutet, dass ein Fahrzeug zwei Stunden Ertrag bringt und den Tag blockiert.
- Halbtagessatz, typisch 60 bis 70 Prozent des Tagessatzes — guter Kompromiss für Baumarktfahrten am Vormittag.
- Mehrtagespreise als eigene Zeile, nicht als Rabattverhandlung am Tresen.
Legen Sie zusätzlich eine Mindestmietdauer für stark gefragte Zeiträume fest. Am Samstag ist ein Kipper für zwei Stunden ein Verlustgeschäft.
3. Staffelung nach Mietdauer
Ohne Staffelung verlieren Sie die Aufträge mit dem geringsten Aufwand: lange Mietzeiten, bei denen nur einmal übergeben wird. Bewährtes Muster:
| Mietdauer | Anteil am Tagessatz | Begründung |
|---|---|---|
| 1 Tag | 100 % | höchster Aufwand je Tag |
| 2–3 Tage | 90 % | eine Übergabe, mehrere Nutzungstage |
| 4–6 Tage | 80 % | Fahrzeug steht nicht zwischendurch auf dem Hof |
| 7 Tage und mehr | 65–70 % | Planungssicherheit im Kalender |
| Monat | 40–50 % | meist Firmenkunden, oft mit Rahmenvertrag |
Die Prozentwerte sind Orientierung. Wichtig ist das Prinzip, dass der Tagespreis sinkt — und dass die Staffelung veröffentlicht ist, statt am Tresen ausgehandelt zu werden.
4. Saisonpreise
Saisonalität ist keine Marketingidee, sondern Marktrealität: Im April will jeder Zweite einen Kipper, im November niemand. Saisonpreise lösen beide Enden — in der Spitze verschenken Sie das Fahrzeug nicht, in der Flaute holen Sie Nachfrage über den Preis zurück.
| Fahrzeugtyp | Hochsaison | Schwache Monate |
|---|---|---|
| Kipper, großvolumiger Anhänger | April bis September | November bis Februar |
| Autotransporter | ganzjährig, Spitze im Sommer | Januar und Februar |
| Wohnmobil | Juni bis August | November bis März |
| Bootsanhänger | Mai bis September | Oktober bis April |
| Umzugstransporter | Monatsende und Sommer | Monatsmitte und Winter |
Zwei praktische Regeln:
- Definieren Sie Saisonzeiträume mit konkreten Datumsgrenzen, nicht mit „im Sommer".
- Rechnen Sie tageweise ab. Eine Miete über die Saisongrenze hinweg hat dann exakt so viele Tage zum Saisonpreis und so viele zum Grundpreis, wie sie tatsächlich hat.
5. Nebenkosten, die Kunden akzeptieren
Nebenkosten sind kein Ärgernis — überraschende Nebenkosten sind eines. Üblich und in der Regel unstrittig:
- Service- oder Reinigungspauschale je Vermietung,
- Anlieferung und Abholung nach Entfernung,
- Übergabe außerhalb der Öffnungszeiten als feste Summe,
- Mehrkilometer über dem Freikontingent bei motorisierten Fahrzeugen,
- Kraftstoff zum Marktpreis zuzüglich Bearbeitung,
- Zubehör wie Spanngurte, Plane, Ladeschienen,
- Reinigung bei stark verschmutzter Rückgabe nach veröffentlichter Pauschale.
Schreiben Sie jede Position in verständlicher Sprache in die Preisliste. Stornogebühren gehören separat geregelt, siehe Stornobedingungen für die Vermietung.
6. Die Kaution gehört in die Preisliste
Der Kunde muss die Kautionshöhe kennen, bevor er losfährt — sonst liest er sie am Tresen, hat die passende Karte nicht dabei und fährt verärgert wieder weg. Empfohlene Höhen je Fahrzeugtyp und die Abwicklung stehen in Kaution in der Fahrzeugvermietung.
7. Netto oder brutto?
Vermieten Sie überwiegend an Privatkunden, gehören Bruttopreise in die Preisliste. Alles andere lässt Sie teurer wirken, als Sie sind, und Sie erklären den Unterschied ohnehin am Telefon. Firmenkunden erwarten den Nettoausweis. Am saubersten ist es, beide Beträge zu zeigen oder unmissverständlich zu kennzeichnen, welcher gemeint ist. Für die Rechnungsstellung selbst gelten eigene Pflichtangaben, die Sie mit Ihrer Steuerberatung abstimmen sollten.
8. Wann Sie den Preis anpassen
Einmal jährlich vor der Saison plus laufende Feinkorrektur. Zwei Signale sind eindeutig:
- Ein Fahrzeug steht nie still. Es ist zu billig. Erhöhen Sie den Preis, bevor Sie ein zweites kaufen.
- Ein Fahrzeug steht dauernd. Es ist zu teuer, schlecht sichtbar oder schlicht falsch eingekauft. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge.
Erhöhungen über zehn Prozent legen Sie besser auf den Jahresanfang oder den Saisonstart. Dann wirkt es wie eine Regel und nicht wie eine Laune.
9. Rabatte und Sonderpreise
Rabatte sind das teuerste Instrument im Werkzeugkasten, weil sie die Marge sofort treffen und sich schlecht zurücknehmen lassen. Wenn Sie sie einsetzen, dann regelbasiert statt spontan:
- Wiederkehrende Kunden: fester Prozentsatz ab einer bestimmten Zahl von Vermietungen pro Jahr, im Rahmenvertrag festgehalten.
- Schwache Zeiträume: befristete Aktionspreise für Wochentage oder Monate, in denen die Fahrzeuge ohnehin stehen.
- Kombinationen: Anhänger plus Zubehör oder zwei Fahrzeuge derselben Buchung — hier verdienen Sie am Volumen statt am Satz.
Was Sie vermeiden sollten, ist der Verhandlungsrabatt am Tresen. Er belohnt genau die Kunden, die am lautesten fragen, und bestraft die, die den veröffentlichten Preis akzeptiert haben. Sobald sich herumspricht, dass bei Ihnen verhandelt wird, verhandeln alle.
10. Ein einfacher Rechenweg
- Jahreskosten je Fahrzeug ermitteln.
- Realistische Vermiettage schätzen, eher vorsichtig.
- Nulllinie berechnen: Kosten geteilt durch Tage.
- Gewünschte Marge aufschlagen, das ergibt den Tagessatz für einen Tag.
- Staffelung und Saisonzuschlag darauf anwenden.
- Mit drei Wettbewerbern vergleichen — als Plausibilitätsprüfung, nicht als Vorgabe.
- Kaution, Nebenkosten und Stornoregeln ergänzen und veröffentlichen.
Wer diesen Weg einmal geht, hat eine Preisliste, die er begründen kann. Das ist im Kundengespräch mehr wert als jede Rabattzusage.
Womit Flotello dabei hilft
In Flotello hat jedes Fahrzeug seine eigene Preisliste: Stunden- und Tagessatz, Kautionshöhe, Servicegebühr und Saisonzeiträume mit konkreten Datumsgrenzen. Der Preis einer Buchung wird tageweise berechnet, sodass eine Miete über die Saisongrenze hinweg auf den Cent stimmt; Extras, Zuschläge und Kilometerlimits fließen automatisch in Angebot und Rechnung. Die Einrichtung zeigt Fahrzeuge, testen können Sie es 7 Tage kostenlos.